Irisdruck

Das Irisdruck-Verfahren wird im Flach-, Hoch- und Siebdruck angewandt und ist ein spezielles Effektdruckverfahren. Hierbei wird die Oszillation, also die gleichmäßige Bewegung der im Farbwerk der Druckmaschine befindlichen Verreibewalze abgestellt. Dadurch ist die Möglichkeit nicht mehr gegeben, dass sich die Farben gleichmäßig verteilen und verlaufende Übergänge entstehen. Durch das stoßweise Auftragen der lasierenden Grundfarben yellow, cyan und magenta Farbauftragswalzen entstehen ineinanderlaufende Farbränder und einzigartige Effekte. Dies erfolgt in nur einem Druckvorgang. Der Effekt, dass sich die Farben ineinander vermischen, wird mit jedem Druckbogen erhöht. Dadurch ist jeder Druckbogen einzigartig, da die Farbvermischung immer anders ist. Es entsteht eine sich immer ändernde Farbverlaufsstruktur. Das Druckverfahren kann auf verschiedenen Materialien angewendet werden. Die einzigartigen Farbeffekte machen Plakate, Geschenkpapiere und dergleichen zu richtigen Hinguckern. Doch nicht nur Papier kann mit dem Irisdruck veredelt werden, auch Textilien wie Taschen und Bekleidung werden auf diese Weise individualisiert. Durch originelle Farbspektren, eine hohe Farbtreue und Leuchtkraft können die Druckerzeugnisse besonders kreativ werden. Der Bereich Textildruck ist beispielsweise für Firmen interessant, die Wert auf Corporate Identity legen, denn die Unternehmensbekleidung ist ein wichtiger Teil davon. Firmen wie Lomestar haben es sich zur Aufgabe gemacht, verschiedenste Textilien zu bedrucken und somit Firmenkleidung, aber auch Abi-Shirts oder Bekleidung für Vereine herzustellen. Das gewünschte Motiv wie ein Logo oder ein Slogan werden dabei in der Druckvorstufe passend platziert und anschließend auf den Stoff gedruckt. Sehr bekannt ist der Irisdruck auch bei der Herstellung von Banknoten. Der gedruckte Farbverlauf und die feinen Linien (Guillochen) im Hintergrund stellen, neben weiteren Merkmalen, ein wichtiges Sicherheitskriterium dar. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass die Verreibewalzen nach jedem Druckvorgang gereinigt werden müssen. Außerdem muss für jeden neuen Druckvorgang die Farbe neu aufgetragen werden. Erst danach kann der neue Druckvorgang gestartet werden. Während im Offsetdruck die Farben stoßweise auf die Walzen gebracht werden, werden diese im Siebdruck in Klecksen auf das Druckgewebe gegeben. Durch ein Rakel wird die Farbe auf den Bedruckstoff gepresst. Die ständigen Hin- und Herbewegungen des Rakels erzeugen denselben Effekt wie die Verreibewalzen im Offsetdruck. Die Voraussetzung, damit diese Effekt durch den Irisdruck erzeugt werden können, ist, dass die verwendeten Farben durchscheinend, also lasierend sind.

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